Lasse ich die Weihnachtsbeleuchtung im hinteren Teil unseres Gartens über den Sommer hängen oder nehme ich sie ab? Ich war gerade dabei, eine wichtige Entscheidung zu treffen, als mein Smartphone kurz klingelte. Eine Kurznachricht. Ich hasse Kurznachrichten. Phil schrieb mir. Er erwähnte, dass er für einen Tag Köln verlassen und in die alte Heimat kommen würde. Und er fragte, ob ich Lust hätte, ein paar Fotos zu schießen. In der Stadt. In Oldenburg. Klar hatte ich. Also ließ ich die Weihnachtsbeleuchtung hängen und machte meine Kamera sattelfest. Morgen ist auch noch ein Tag. Dachte ich.

Pünktlich um 14:00 Uhr, wie verabredet, rollte sein Wagen in unsere Hofeinfahrt. Phil entschuldigte sich kurz für die Verspätung, die eigentlich keine ist. Er hatte seinen Schlüssel dummerweise verlegt. Ich lächelte nur und dachte still und leise: „Herzlich Willkommen in meiner Welt.“ Dann fuhren wir los.

Phil kenne ich schon eine Ewigkeit. Gefühlt. Nicht sein ganzes Leben, aber fast. Ein Junge aus dem Dorf. Ein Junge, der quasi um die Ecke gewohnt hat und mittlerweile erwachsen geworden und in die große Stadt gezogen ist. Die Musik hat ihn dabei begleitet. Immer schon. Allerdings ist er ruhiger geworden. Liegt wahrscheinlich am Alter. Denn mit diesem kommt die Ruhe. Glaube ich jedenfalls. Bei mir ist es so. Und bei ihm anscheinend auch.

Wir laufen durch die Straßen. Es ist still an diesem Tag. In den kleinen Cafés sind viele Stühle unbesetzt. Nur vereinzelt schauen müde Gesichter unserem entspannten Treiben zu. Vor einem Café sitzt eine ältere Dame. Ihren Blick auf ihr Smartphone gerichtet. Dann beginnt sie zu lächeln. „Haben Sie eine schöne Nachricht bekommen? “, frage ich im Vorbeigehen. Hat sie, ruft sie mir hinterher. Eigentlich ein schöner Augenblick an einem schönen Tag. Denn entgegen der Meldungen, regnet es heute nicht.

Man spricht über alte Zeiten. Über Menschen und Erinnerungen. Über dieses und jenes. Immer wieder hält man kurz inne und erinnert sich daran, warum man überhaupt nach Oldenburg gefahren ist. Fotos. Wir schießen sie im Vorbeigehen. Mal hier. Mal da. Ganz losgelöst von Druck und Erwartungshaltung. Fotos aus dem Augenblick. Ehrlich. Authentisch. Einfach drauf los. Und? Was soll ich sagen? Es hat Spaß gemacht. 


Infos:

Phil Young: WEBSEITEINSTAGRAMFACEBOOK

Equipment*: KameraObjektiv

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